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Schlösser und Zylinder

Profilzylinder Aufbohrschutz und Ziehschutz gegen vier Angriffe

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Angriffe. Ein Profilzylinder wird abgedreht oder abgebrochen, gebohrt, gezogen oder mit einem Schlag auf einen präparierten Schlüssel geöffnet. Jeder Angriff trifft eine andere Schwachstelle.
  • Überstand. Der Zylinder soll höchstens 3 mm aus dem Türschild stehen. Je weiter er vorsteht, desto besser fasst die Zange. Das prüfen Sie mit einem Lineal.
  • Aufbohrschutz. Gehärtete Stifte, Hartmetall und eine mitdrehende Scheibe erschweren dem Bohrer die Arbeit. Ob sie im Zylinder stecken, verrät das Datenblatt.
  • Ziehschutz. Er kann im Zylinder oder im Türschild sitzen. Die Polizei empfiehlt ihn an mindestens einer der beiden Stellen.
  • Schlagschutz. Gegen Bumping helfen ein enger Schlüsselkanal, zusätzliche Sperrstifte und ein geschütztes Schlüsselprofil. Pilzkopf- und Spool-Stifte tragen dazu wenig bei.
  • Klasse. An der achten Stelle des Codes nach DIN EN 1303 steht der Angriffswiderstand, von 0 bis D. Erst C und D schließen einen Ziehschutz im Zylinder ein.

Ein Profilzylinder sieht von außen harmlos aus. Aus der Tür schaut eine runde Stirnseite mit einem Schlüsselloch. Dahinter sitzt ein Körper aus Messing mit einer Reihe federbelasteter Stifte. Vier Angriffe nehmen sich genau ihn vor. Die Zange fasst ihn dort, wo er vorsteht. Der Bohrer sucht die Stiftreihe. Eine Ziehschraube hängt sich in den Schlüsselkanal, und ein Schlag auf einen präparierten Schlüssel setzt die Stifte in Bewegung.

Jeder dieser Angriffe trifft eine andere Schwachstelle, und für jede gibt es ein Bauteil, das sie abfängt, den Aufbohrschutz, den Ziehschutz, die Sollbruchstelle oder den Schlagschutz. Ob dieses Bauteil an Ihrer Tür sitzt, sieht man dem Zylinder von außen nicht an.

Profilzylinder im Türblatt mit den Angriffspunkten für Zange, Bohrer, Ziehschraube und Schlag

Abbildung: Der dunkle Balken ist der Schlüsselkanal, grüne Stifte sitzen im Kern, blaue im Steg des Gehäuses. Eigene Darstellung, vereinfacht.

Der Aufbau, auf den die Angriffe zielen

Ein Profilzylinder verdankt seinen Namen dem Querschnitt, einem runden Körper mit einem schmalen Steg darunter. Der runde Teil trägt Gehäuse und Kern. Im Kern liegt der Schlüsselkanal, und darunter steht eine Reihe von Stiftpaaren quer zum Kanal. Die Kernstifte sitzen im Kern, die Gehäusestifte mit ihren Federn darunter im Steg des Gehäuses. Zwischen beiden liegt die Schließebene. Solange ein Stift sie kreuzt, bleibt der Kern blockiert, und erst der passende Schlüssel schiebt alle Stifte so, dass die Ebene frei ist.

Wie die Stifte im Einzelnen zusammenspielen, steht im Artikel über die Profilstifte im Schließzylinder.

Der Steg trägt die Stulpschraube, die den Zylinder im Einsteckschloss hält, und in seiner Mitte liegt die Aussparung für den Schließbart. Das ist der Arm, der beim Schließen Riegel und Falle bewegt. Die Bauform ist genormt, deshalb passt derselbe Zylinder in Schlösser verschiedener Hersteller. Den Aufbau des Schlosses dahinter erkläre ich im Artikel über das Einsteckschloss.

Der Körper besteht überwiegend aus Messing, das korrosionsbeständig ist und sich sauber bearbeiten lässt. Einem Werkzeug setzt es dafür wenig entgegen.

Abbrechen und Abdrehen, die Zange fasst, was vorsteht

Der erste Angriff lässt den Schlüsselkanal unberührt. Eine Zange fasst den Zylinder dort, wo er aus der Tür herausschaut, und dreht oder knickt ihn ab. Danach liegt der Weg zu den Riegelelementen des Schlosses offen.

Der Zylinder gibt nach, weil sein Querschnitt am Steg geschwächt ist. Genau in der Mitte des Stegs liegen zwei Schwächungen dicht beieinander. Die eine ist die Aussparung für den Schließbart, die andere die Querbohrung für die Stulpschraube.

An dieser doppelt geschwächten Stelle knickt oder bricht ein Profilzylinder unter der Zange verhältnismäßig leicht. Beim Doppelzylinder liegt der kritische Punkt im Bereich des Stulpschraubengewindes, wo die Bohrung die Verbindung der beiden Zylinderhälften schwächt.

Im Zylinder fangen zwei Bauweisen den Zangenangriff ab.

  • Sollbruchstelle. Sie legt vorher fest, wo der Zylinder bricht, und zwingt den Bruch an diese Stelle. Im englischen Sprachraum heißt das Anti-Snap.
  • Stahlverbinder. Statt eines massiven Messingkörpers hält ein Verbinder aus Stahl die beiden Zylinderhälften zusammen und nimmt die Zugkräfte auf, ohne zu brechen. Kritisch ist er dort, wo die Bohrung für die Stulpschraube ihn schwächt.

Zwei Zylinderhälften mit Verbinder, durch dessen Mitte das Stulpschraubengewinde läuft

Abbildung: Zwei Zylinderhälften (2 und 3) mit dem Verbinder (4) dazwischen. Das Stulpschraubengewinde (9) läuft mitten durch den Verbinder, also durch die Stelle, an der ein Profilzylinder bricht. Zeichnung nach EP 0 933 495 B1, Fig. 1 bis 4.

Die Übersicht zeigt, was Hersteller gegen Abdrehen und Abbrechen verbauen.

ZylinderWas gegen Abdrehen und Abbrechen verbaut ist
EVVA 4KSVerbindungsachse aus Nirosta serienmäßig, mit der Option AS bricht der Zylinder an einer definierten Stelle ab und der Rest bleibt blockiert
ABUS Bravus MXSteg aus Edelstahl für erhöhten Bruchschutz
DOM System diamantAbreißschutz durch die durchgehende Modulartechnik
DOM ix Tecoerhöhter Abreißschutz nur mit der optionalen Modulartechnik
BKS janus8000Stahlverbinder in Sandwich-Bauweise, der Zugkräfte aufnimmt

Beide Bauweisen greifen erst, wenn die Zange zugefasst hat. Davor hilft ein Zylinder ohne Angriffsfläche für die Zange.

Aufbohren, der Bohrer sucht die Stiftreihe

Beim zweiten Angriff wird der Profilzylinder aufgebohrt. Der Bohrer setzt an der Stirnseite an, läuft längs der Stiftreihe durch den Kern und zerstört die Stifte auf der Schließebene. Danach lässt sich der Kern ohne Schlüssel drehen oder ziehen. Der Schutz dagegen heißt Aufbohrschutz oder Bohrschutz.

Der Zylinder gibt nach, weil die Stiftreihe gleich hinter der Stirnseite liegt und der Körper aus weichem Messing besteht. Ein Bohrer wird aufgehalten, wenn ihm etwas Härteres im Weg steht oder wenn etwas unter ihm wegdreht. Beides gibt es als Bauart, je nach Zylindertyp und Bestellung.

Härte im Weg des Bohrers

  • Gehärtete Stifte. Einzelne Stifte bestehen aus gehärtetem Stahl, sitzen an der Stelle eines gewöhnlichen Stifts und schließen genauso mit. Der Bohrer stumpft an ihnen ab.
  • Hartmetallstifte am Einführende. Bei manchen Bauarten sitzt ganz vorn im Zylinder beiderseits des Schlüsselkanals je ein Hartmetallstift. Hartmetall ist noch härter als gehärteter Stahl.
  • Armierungsplatten. Paarweise sitzen gehärtete Platten in Taschen im Kern. Sie sind verhakt, sodass sie auch nach dem Abfräsen der Stirnseite im Kern bleiben.

Zylinderkern im Längs- und Querschnitt mit paarweise eingesetzten Armierungselementen

Abbildung: Armierungselemente (32) paarweise in ihren Taschen, oben im Längsschnitt, darunter im Querschnitt mit rundem Körper und schmalem Steg. Die Taschen nehmen dem Kern viel Material. Zeichnung nach DE 43 17 994 C1, Fig. 1 bis 3c.

Die Taschen für die Armierungsplatten nehmen dem Kern an dieser Stelle Material weg. Bei einem Ausziehversuch kann der Kern dort abreißen, und der Rest steht dann ungeschützt da.

Die Scheibe, die ausweicht

Die Abdeckscheibe geht den umgekehrten Weg. Sie sitzt drehbar direkt vor dem Schlüsselkanal, in der stärkeren Ausführung gehärtet, und hängt im Betrieb über eine dünne Hülse am Kern, damit sich beide gemeinsam drehen. Setzt jemand einen Bohrer an, schert die Hülse über ihren tragenden Querschnitt ab. Die Scheibe dreht sich dann mit dem Bohrer mit, und er arbeitet gegen ein Bauteil, das ihm ausweicht.

Abdeckscheibe mit Hülse im Längsschnitt, daneben die Scheibe von vorn mit Nasen

Abbildung: Links zeigt Fig. 2 die Abdeckscheibe (12) vorn im Zylinder und die dünne Hülse (20), die bei einem Bohrangriff abschert. Rechts zeigt Fig. 5 dieselbe Scheibe von vorn, mit den Nasen (31, 32) im Schlitz. Zeichnung nach EP 0 927 801 B1.

Was am Zylinder davon sitzt

Das Bauteil verrät davon nichts. Bei VdS-anerkannten Zylindern darf am eingebauten Zylinder sogar nichts über den Bohrschutz stehen. Ob er vorhanden ist, verraten nur Typ und Datenblatt.

Die Hersteller führen den Bohrschutz in Stufen. Den einfachen Schutz nennen sie Anbohrschutz, meist gehärtete Stahlstifte. Ein voller Bohrschutz mit Hartmetall gilt als eigene Ausstattung mit eigener Bestelloption.

Kernziehen, die Ziehschraube braucht Halt im Schlüsselkanal

Beim dritten Angriff dreht der Angreifer eine hochfeste Schraube in den Schlüsselkanal und hängt ein Ziehgerät daran. Das Ziehgerät zieht den Kern allein heraus oder den ganzen Zylinder. Der Schutz dagegen heißt Ziehschutz, beim Kern auch Kernziehschutz.

Der Zylinder gibt nach, weil Zug längs der Achse die Stifte und das Material um sie herum überfordert. Die Stifte müssen abscheren, oder das Material versagt unter der Last, sonst löst sich der Kern nicht. Beim ganzen Zylinder kann außerdem die Stulpschraube losbrechen, die ihn im Schloss hält. Die Ziehschraube im Schlüsselkanal ist dafür der Hebel. Findet ihr Gewinde keinen Halt, bleibt das Ziehgerät wirkungslos.

Drei Bauweisen fangen den Ziehangriff ab.

  1. Hartmetall am Einführende. Dieselben Hartmetallstifte, die den Bohrer stumpf machen, haben eine zweite Aufgabe. Dreht sich eine Ziehschraube dort ein, arbeitet sich ihr Gewinde an diesen Stiften ab. Im weicheren Material des Kerns dahinter findet sie danach keinen Halt mehr.
  2. Nasen in der Abdeckscheibe. Der Schlüsselschlitz der Scheibe trägt ein oder zwei nach innen springende Nasen, die bis zu etwa 3 mm hineinragen. Beim Eindrehen einer Schraube aus hochvergütetem Stahl verquetschen sie deren Gewindegänge, bis die Schraube praktisch keinen Widerhalt mehr findet.
  3. Kraftweg in die Stulpschraube. Eine dritte Bauweise lässt den Zug zu und leitet ihn gezielt bis in die Stulpschraube weiter. Dafür sind die außenseitigen Bauteile und die Stulpschraube aus hochfestem Stahl gefertigt. Damit lassen sich Ziehschutzwerte von 15 Kilonewton und mehr erreichen, das entspricht ungefähr anderthalb Tonnen, dem Gewicht eines kompakten Autos.

Doppelzylinder in Einzelteilen mit Verbindungseinrichtung zwischen den Gehäuseteilen

Abbildung: Der Doppelzylinder in seinen Einzelteilen. Zwischen den Gehäuseteilen 16 und 18 sitzt die Verbindungseinrichtung, deren erstes Verbindungselement (30) den Befestigungsabschnitt (22) für die Stulpschraube trägt. Über diese Kette läuft die Zugkraft eines Ziehangriffs. Zeichnung nach EP 2 998 467 B1, Fig. 2.

Bumping, der Schlag nutzt die Beweglichkeit der Stifte

Der vierte Angriff kommt ohne rohe Gewalt aus. Ein präparierter Schlüssel liegt locker im Schlüsselkanal, ein kurzer Schlag auf seinen Kopf folgt, und im Handwerk heißt das Bumping oder Schlagpicking. Der Schlüssel dafür heißt Schlagschlüssel, der Schutz dagegen Schlagschutz. Picking bezeichnet dabei das Öffnen eines Schlosses mit Werkzeug ohne passenden Schlüssel.

Der Zylinder gibt nach, weil die Stifte einen Stoß weitergeben. Der Schlag läuft vom Schlüssel durch den Kernstift in den Gehäusestift. Der Kernstift bleibt fast an seinem Platz, der Gehäusestift springt für einen Sekundenbruchteil gegen seine Feder von der Schließebene weg. In diesem Augenblick liegt die Schließebene frei, noch bevor die Feder den Stift zurückdrückt.

Sicherheitsstifte mit Pilzkopf oder Spool-Form helfen dagegen kaum. Sie greifen, wenn ein Stift langsam und unter Drehdruck an die Schließebene geführt wird. Beim Schlag ist die Kontaktzeit dafür zu kurz. Welche Formen es gibt und wo ihre Stärke liegt, steht im Artikel über die Sicherheitsstifte im Profilzylinder. Ein Bohrschutz ändert daran nichts.

Gegen den Schlag wirken drei Merkmale des Zylinders. Ob ein System sie serienmäßig mitbringt, verrät das Datenblatt.

  • Enger Schlüsselkanal. Ein enger und verwinkelter Kanal nimmt dem Schlüssel den Bewegungsspielraum, den er für den Schlag braucht.
  • Sperrstifte in Hilfskammern. Bei manchen Zylindern halten zusätzliche, schlanke Stifte in Hilfskammern neben der Stiftreihe den Schlüssel nach dem Schlag fest, sodass er blockiert.
  • Geschütztes Schlüsselprofil. Ein Schlagschlüssel entsteht aus einem passenden Rohling. Ein frei kopierbares Profil bedeutet, dass ihn jeder bekommt. Ein patentgeschütztes Profil mit Sicherungskarte macht diese Beschaffung schwer, wie es im Artikel über die Schließanlage steht.

Zylinder mit Scheibenzuhaltungen arbeiten ohne Stiftreihe, dem Stoß fehlt dort der Weg.

Was Zylinder und Türschild gemeinsam leisten

Die Zange nutzt die Form des Zylinders, der Bohrer die geringe Härte des Messings, der Zug die begrenzte Festigkeit und der Schlag die Beweglichkeit der Stifte. Das Türschild ist die Metallplatte um das Schlüsselloch, aus der der Zylinder herausschaut. Es fängt drei dieser Angriffe von außen ab.

AngriffAntwort im ZylinderAntwort im Türschild
ZangeSollbruchstelle oder StahlverbinderZylinder sitzt bündig im Türschild, die Zange findet keine Fläche
BohrerGehärtete Stifte, Hartmetall, Armierungsplatten, mitdrehende ScheibeGehärtete Stahleinlagen im Schild ab ES 1
ZiehschraubeHartmetall, Nasen, Kraftweg zur StulpschraubeZylinderabdeckung übernimmt den Ziehschutz

Der Überstand

Nach dem Einbau soll ein Profilzylinder höchstens 3 mm aus dem Türschild herausstehen, und je weiter er vorsteht, desto besser fasst die Zange. Ein bündiger Sitz nimmt ihr die Fläche.

Tipp. Halten Sie ein Lineal flach auf das Türschild, parallel zum Zylinder, und lesen Sie ab, wie weit die Stirnseite darüber hinausragt. Wie Sie die passende Länge ermitteln, steht im Artikel Schließzylinder ausmessen.

Die Zylinderabdeckung

Trägt das Türschild eine Zylinderabdeckung, liegt vor der Stirnseite des Zylinders eine im Schild beweglich geführte Stahlplatte, bei manchen Herstellern mit einer frei drehenden Scheibe darin. Sie folgt einer ähnlichen Idee wie die Abdeckscheibe im Zylinder, ist aber ein eigenes Bauteil in einem eigenen Produkt. Die Zylinderabdeckung nimmt dem Ziehgerät den Angriffspunkt.

Den Ziehschutz kann deshalb auch das Türschild tragen, und die Prüfrichtlinien lassen das ausdrücklich zu. Die Polizei empfiehlt diese Kombination. Fehlt die Zylinderabdeckung im Türschild, empfiehlt sie einen Zylinder mit eigenem Ziehschutz.

Der Schutz gegen den Bohrer

Gehärtete Stahleinlagen im Schild schützen ab der Widerstandsklasse ES 1 gegen den Bohrer. Die Polizei verlangt am Zylinder mindestens einen Bohrschutz und empfiehlt dazu einen Schutzbeschlag, also ein einbruchhemmendes Türschild, mindestens der Widerstandsklasse ES 1 und mit Zylinderabdeckung. Was ein Schutzbeschlag mitbringen muss, steht im Ratgeber zum Schutzbeschlag.

Merke. Gegen den Schlag wirken der enge Schlüsselkanal, die Sperrstifte und das geschützte Schlüsselprofil des Zylinders. Ein Türschild trägt dazu nichts bei.

Das Datenblatt und die Klasse im Code

Derselbe Zylindertyp kommt mit oder ohne Schutzausstattung, je nach Bestellung. Die Übersicht zeigt, was die Hersteller in ihren Katalogen und Datenblättern ausweisen.

ZylinderBohrschutzZiehschutzPicking und Schlag
EVVA 4KSHartmetallelemente im Kern und im Gehäuse, mit der Option KZS zusätzliche HartmetallstifteChrom-Nickel-Verbindungsachse, mit KZS Hartmetallstifte gegen Kernziehenfederfreie Sperrstifte mit Zwangssteuerung, Schlagschlüsselschutz als eigenes Merkmal genannt
Winkhaus keyTec X-traGehäusebohrschutz serienmäßigZiehschutzrampe serienmäßig, sie verkeilt das Schließteil bei Ziehversuchen schräg in der Beschlagöffnungbis zu 20 Radialstifte in vier Reihen gegen Picking
ABUS EC550gehärtete Stahlstifte, Anbohrschutz nach SKG** geprüftZiehschutz über einen Schutzbeschlag mit ZylinderabdeckungSpezialstifte gegen Picking und Manipulation
ABUS Bravus.4000Bohrschutzstifte aus gehärtetem Spezialstahl serienmäßig, hochfester Bohrschutz beidseitig als Optionmit der Option BZD zusätzliche hochfeste Bauteile im Zylinder, erst dann Klasse D15 Zuhaltungen auf drei Ebenen, parazentrisches Wendeprofil, laut ABUS-Fibel Designelemente gegen Stöße und Schläge
ABUS Bravus MXBohrschutz-Inlay aus Edelstahl und gehärtete Stahlelemente serienmäßigSteg aus Edelstahl serienmäßig für erhöhten Zieh- und Bruchschutzwie Bravus.4000
BKS PZ 66serienmäßiger Bohr- und Ziehschutz beidseitig, Klasse D nach Herstellerangabeim Bohr- und Ziehschutz enthaltenserienmäßiger Pickingschutz
BKS helius4000serienmäßiger Anbohrschutz durch gehärtete GehäusestifteZiehschutz über einen Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckungserienmäßig gegen Schlagpicking, besondere Gehäusestiftformen
BKS janus8000gehärtete Kernscheibe, je nach bestellter Ausführung Klasse B mit Option BZWA oder D mit BZWB und BZWDStahlverbinder, mit BZWB oder BZWD zusätzliche Gehäusearmierung für Klasse Dserienmäßig gegen Picking und Bumping, mehrere Stiftreihen in verschiedenen Winkeln
DOM ix TwidoKörperbohrschutz serienmäßig, Hartmetallstifte in Gehäuse und Kern als Optionnur mit der optionalen Modulartechnik aus gehärtetem Stahlzwei Schlagschutz- und zwei Anti-Picking-Stifte serienmäßig
DOM System diamantKörperbohrschutz serienmäßigserienmäßig durch die durchgehende Modulartechnikzehn Schlagschutz- und zehn Anti-Picking-Stifte

Wie viel Angriffsschutz ein Zylinder mitbringt, steht an der achten Stelle seines Codes nach DIN EN 1303. Den Code führen die Hersteller in ihren Datenblättern und Katalogen.

StufeBedeutung
0Ungeeignet bei Anforderungen an den Einbruchschutz
AErste Sicherheitsklasse ohne Ziehschutz
BHöhere Sicherheitsklasse ohne Ziehschutz
CErste Sicherheitsklasse mit Ziehschutz
DHöhere Sicherheitsklasse mit Ziehschutz

Die VdS-Prüfung misst Zeiten. Sie benennt ihre Klassen eigenständig, ein angehängtes Z steht für geprüften Ziehschutz und das Plus für die höhere Stufe. Der Zylinder wird in eine Türnachbildung aus Stahl mit Einsteckschloss und einbruchhemmendem Türschild eingebaut, und der Angriff läuft an der Stirnseite.

PrüfungA und AZB und BZB+ und BZ+
Aufsperrversuche10 min30 min90 min
Reine Bohrzeit3 min6 min6 min
Ziehen mit 15 kN, nur AZ, BZ und BZ+3 min6 min6 min
Schlüsselkombinationen, effektive Verschiedenheiten30.000100.000100.000

Das sind Laborzeiten. Die Polizei weist darauf hin, dass sich die Angriffszeiten in der Praxis erfahrungsgemäß um ein Vielfaches verlängern. Nach ihrer Angabe fehlen Tätern Kenntnisse und Werkzeug, und im Test bringt eine Maschine die Kräfte auf.

Prüfschritte an Ihrer Tür in Stuttgart

  1. Überstand messen. Stirnseite und Türschild liegen im Idealfall bündig. Die Prüfrichtlinien lassen höchstens 3 mm Überstand zu.
  2. Türschild ansehen. Trägt es eine Zylinderabdeckung, nimmt sie dem Ziehgerät den Angriffspunkt. Ob Stahleinlagen im Schild stecken, verrät das Datenblatt des Schutzbeschlags.
  3. Typ und Klasse suchen. Bei VdS-anerkannten Zylindern steht am eingebauten Zylinder nichts über den Bohrschutz. Rechnung, Datenblatt oder der ausgebaute Zylinder nennen Typ und Code.
  4. Zeilen im Datenblatt lesen. Bohrschutz, Ziehschutz und Schlagschutz sind drei getrennte Angaben, und jede kann fehlen.
  5. Nach einem Versuch sortieren. Wenn an Ihrer Tür schon jemand am Werk war, hilft der Artikel Was tun nach einem Einbruchsversuch beim ersten Ordnen.

Ich messe für Sie nach, wie weit der Zylinder heraussteht, und sehe mir an, welche Ausführung an Ihrer Tür sitzt. Was das kostet, nenne ich vorher am Telefon.

Wie die ganze Tür zusammenspielt, vom Schließblech bis zur Zarge, zeigt der Ratgeber Sichere Tür. Wer mich kennenlernen will, findet die Seite über meine Arbeit. Ist die Tür zugefallen, nenne ich den Festpreis vorher am Telefon, 99 Euro für jede Türöffnung.

Häufige Fragen zum Angriffsschutz am Profilzylinder

Kann ich einen Profilzylinder mit Aufbohrschutz trotzdem aufbohren?

Aufbohren bleibt auch mit Aufbohrschutz möglich, es dauert länger. Ein Zylinder der VdS-Klasse A muss in der Prüfung drei Minuten reine Bohrzeit aushalten, einer der VdS-Klasse B sechs Minuten. Das sind Laborzeiten. Ein Schutzbeschlag mit gehärteten Stahleinlagen nimmt dem Bohrer zusätzlich Angriffsfläche, was er leistet, steht im Ratgeber zum Schutzbeschlag.

Kann ich einen Schließzylinder mit Kernziehschutz wechseln?

Ja, solange Länge und Bauform passen. Ein Zylinder mit Kernziehschutz, dem Schutz gegen das Herausziehen des Kerns, ist ein Profilzylinder wie jeder andere und sitzt in derselben Tür. Entscheidend sind die Maße von der Mitte der Stulpschraube nach außen und nach innen. Wie Sie beide Längen bestimmen, steht im Artikel Schließzylinder ausmessen.

Welche Schlösser sind sicher gegen Picking?

Gegen das Aufsperren gibt es geprüfte Klassen mit festen Zeiten. Ein Zylinder der VdS-Klasse B muss in der Prüfung 30 Minuten Aufsperrversuchen standhalten, einer der VdS-Klasse B+ sogar 90 Minuten, darunter Picking und Schlagschlüssel. Schlagpicking bekämpfen der enge Schlüsselkanal und Sperrstifte, die Stiftformen helfen wenig. Mehr dazu steht im Artikel über Sicherheitsstifte.

Welchen Schließzylinder empfiehlt die Polizei?

Die Polizei verlangt mindestens einen Bohrschutz am Zylinder. Dazu empfiehlt sie einen Schutzbeschlag nach DIN 18257, mindestens ES 1, mit Zylinderabdeckung. Sitzt die Zylinderabdeckung nicht im Schutzbeschlag, soll der Zylinder selbst Ziehschutz haben, also die Klasse C oder D nach DIN EN 1303. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber zum Schutzbeschlag.

Lässt sich ein Aufbohrschutz oder Ziehschutz nachrüsten?

Bei Aufbohrschutz und Ziehschutz im Zylinder bedeutet nachrüsten, den Zylinder gegen einen mit Bohr- und Ziehschutz zu tauschen. Ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung und gehärteten Stahleinlagen ergänzt den Schutz von außen. Die Länge des neuen Zylinders bestimmen Sie nach dem Artikel Schließzylinder ausmessen, zum Beschlag steht mehr im Ratgeber zum Schutzbeschlag.

Was ist ein Anti-Snap-Zylinder?

Anti-Snap beschreibt einen Zylinder, der bei einem Zangenangriff an einer vorher festgelegten Stelle bricht. Eine zweite Bauweise hält die Zylinderhälften mit einem Stahlverbinder zusammen, der Zugkräfte aufnimmt. Im Datenblatt steht Anti-Snap oder Abreißschutz.

Quellen

  • BKS, Leistungskatalog Schließzylinder, Ausgabe 04/2025, und Schließsystemkatalog, Bestellcodes und Angriffswiderstand
  • BKS, Flyer janus8000, Ausgabe 05/2024
  • EVVA, Produktkatalog 4KS und Datenblatt 4KS
  • Winkhaus, Systemvergleich Mechanik 11/2025, Flyer keyTec X-tra 10/2024 und Produkthandbuch Zutrittsorganisation 06/2016
  • DOM Sicherheitstechnik, Produktseiten und Ausschreibungstexte zu ix Twido, ix Teco und System diamant, Broschüre System diamant, Stand der Abfrage 21.09.2026
  • ABUS, Datenblätter EC550 und EC660, Prospekte Bravus.4000 und Bravus.2000, Fibel Bravus, Stand 05/2021
  • Polizei, Bayerisches Landeskriminalamt, Herstellerverzeichnis Profilzylinder, Stand Januar 2025
  • Polizei, Fachinformation Sicherungstechnik Profilzylinder, 20.05.2010
  • VdS Schadenverhütung, VdS 2156-1, Schließzylinder mit Einzelsperrschließung, Anforderungen und Prüfmethoden, Ausgabe 2023-10
  • EP 0 927 801 B1, BKS GmbH, Schließzylinder für ein Sicherheitsschloss, erteilt 2003
  • EP 0 933 495 B1, BKS GmbH, Verbinder für einen Profilzylinder, erteilt 2003
  • EP 2 998 467 B1, BKS GmbH, Doppelschließzylinder, erteilt 2017
  • EP 3 483 365 B1, BKS GmbH, Schlüssel zur Betätigung eines Schließzylinders und Schließsystem, erteilt 2020
  • EP 0 184 004 A2, BKS GmbH, Einsteckschloss mit Profilzylinder, angemeldet 1985
  • DE 43 17 994 C1, Aug. Winkhaus GmbH und Co. KG, Schließzylinder, angemeldet 1993, erteilt 1994
  • Graham W. Pulford, High-Security Mechanical Locks, An Encyclopedic Reference, Butterworth-Heinemann, 2007
  • Marc Weber Tobias, Locks, Safes and Security, Band 2, Charles C Thomas, 2000
  • Barry Wels und Rop Gonggrijp, Bumping Locks, TOOOL, 2005
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